Referenz
Ein vollständig dokumentierter RDWC-Zyklus mit eigenem Monitoring – echte Praxis statt Testimonials.
Statt anonymer Kundenstimmen hier etwas Belastbareres: ein realer, durchgehend dokumentierter RDWC-Zyklus auf der eigenen Anlage — mit den Entscheidungen und Problemen, die in der Praxis tatsächlich auftreten.
Das Setup
- System: 20 L RDWC (Topdrip-Variante), rezirkulierend
- Nährstoffe: Terra Aquatica TriPart (Soft Water) über den gesamten Lebenszyklus, FinalPart in der Reifephase, FlashClean zum Abschluss
- Zielwerte: pH konstant 5,8 (Toleranz 5,5–6,2), EC phasenabhängig von ~0,4 in der Anzucht bis ~1,5–1,8 im Peak, danach kontrolliert heruntergefahren
- Monitoring: selbst entwickeltes System auf Raspberry-Pi-Basis mit kontinuierlichem Logging und Alarmierung über Telegram
Das Monitoring
Das Herzstück ist eine dynamische Grow-State-Engine: Sie koppelt Düngeplan und Alarmgrenzen an die tatsächliche Wachstumsphase, statt starr nach Kalenderwoche zu rechnen. Die Blütephase wird ab dem realen Umstell-Datum berechnet, Peak Bloom bei Bedarf automatisch gestreckt, und anhaltend kritische Zustände lösen wiederkehrende Erinnerungen aus. Alarmgrenzen für EC und VPD lesen denselben Phasen-Status wie der Düngeplan — damit keine Fehlalarme entstehen, wenn man den Mischplan bewusst hält.
Was in der Praxis auftrat
Eine ehrliche Referenz zeigt nicht nur den Idealverlauf, sondern die Reibung:
- Wassertemperatur im Sommer. Sonneneinstrahlung trieb die Reservoirtemperatur zeitweise auf 28–31 °C. Statt einen Chiller zu erzwingen, der für die Sommerbedingungen nicht wirtschaftlich war, wurde die Wurzelzone über eine tägliche H₂O₂-Strategie stabil gehalten — eine bewusste Abwägung, kein Lehrbuch-Reflex.
- Wurzelzone im Topdrip. Der Übergang von der Anzucht ins Reservoir erwies sich als Flaschenhals: Bei Glasmurmeln als Medium trocknete die Wurzelzone zwischen den Drips eher aus als bei feuchtespeicherndem Substrat. Diagnose eines langsamen Frühwachstums bis auf die Tropfer-Positionierung zurückverfolgt.
- Fehlersuche über Messdaten. Ein VPD-Ausschlag, ein Nährstoff-Lockout nach einem versäumten Wasserwechsel und eine stille Lücke im Alarm-System wurden über die Logdaten identifiziert und behoben — genau die Art strukturierter Ursachensuche, die in die Beratung einfließt.
Warum das zählt
Diese Anlage ist kein Vorzeigeobjekt unter Laborbedingungen, sondern ein realer Betrieb mit realen Randbedingungen. Die Fähigkeit, aus Rohdaten die richtige Diagnose zu ziehen und pragmatische Entscheidungen zu treffen, lässt sich nicht aus einem Handbuch abschreiben — sie kommt aus genau solchen Zyklen.